Der Westen Marokkos

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Ait Benhaddou Marokko

 

 

Agadir, Essaouira, Marrakesch nach Ouarzazate und weiter

zwei Urlaubsorte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

Ouarzazate

liegt im Schatten des Atlasgebirges direkt am großen Stausee Barrage el Mansour Eddahbi
Die Flüsse Oued Dades und Oued Idermi speisen diesen großen Stausee, der übersetzt schlicht und ergreifend „Der Siegreiche und der Vergoldete“ heißt. In dieser Gegend wurden Sequenzen der erfolgreichen Hollywoodfilme „Die Brücke am Kwai, „Doktor Schiwago“ und "Lawrence von Arabien" gedreht.
Und, um die Nachlässigkeit der deutschen Touristik noch näher zu beschreiben: Diese Gegend strotzt vor touristischer Infrastruktur. Ein Hotel nach dem anderen, meist luxuriös gestaltet kann man hier besuchen. Für Franzosen ist dieser Landstrich, das Klima, der Stausee mit seinen Wassersportmöglichkeiten, die nahen Nationalparks Marokkos, das Atlasgebirge, die nahen Sandwüsten, die Flora und Fauna viel interessanter, als die Urlaubsorte am Atlantik, Agadir oder Essaouira. Schande über uns!

Strasse der 1000 Kasbahs

Aber macht ja nichts. Auch Touristen, die in den hier genannten 14 Hotels ihren Urlaub machen, haben die Möglichkeit mehrtägiger Ausflüge hierher. Mind. Eine Übernachtung in Ouarzazate sollte eingeplant sein. Ohne Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten ist man von Essaouira, via Marrakesch bereits gut 6 Std. mit dem Reisebus unterwegs. Mit Besichtigungen darf man gut den ganzen Tag rechnen und ist bei Anbruch der Dunkelheit im gebuchten Hotel in Ouarzazate.
Von Agadir aus ist die Reise nach Ouarzazate über Taroudant in der gleichnamigen Provinz und dem 2.093 m hohen Gebirgspass Tizi n'Test ähnlich lang.

Allerdings fängt in Ouarzazate, also südlich des Hohen Atlas das Erlebnis Rundreise durch Marokko erst richtig an. Entlang des Tals des Oued Dades, Richtung der Stadt Errachidia befährt man die „Straße der 1.000 Kasbahs“. Jahrhunderte alte Lehmburgen gibt es zwischen Atlas und Anti-Atlas zu besichtigen.

Maultier Trekking Marokko

War man, auch aus Essaouira, aus Marrakesch, über den 2.260 m hohen Gebirgspass Tizi-n-Tichka kommend schon darüber überrascht, wie sich die Vegetation am südlichen Abhang des Hohen Atlas verändert hat, wie sich ein anderes Licht ausbreitet, wie die Gerüche im wüstenhaften Klima verändern, bekommt man ab Ouarzazate, auf der „Straße der 1.000 Kasbahs“ Kilometer für Kilometer immer mehr das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Wenn der Busfahrer des vermutlich vollklimatisierten Reisebuses neuester und bequemster Bauweise schlau ist, stellt er die Aircondition aus, öffnet die Türen des Bus und fährt langsam. Ein Wind weht durch die Sitzreihen, dem sich niemand entziehen kann. Dann, unvermittelt eine Oase, in der es wiederum völlig anders ist. Das Klima ist feucht. Ein kühler Wind weht durch den Bus, der teilweise sogar nach modrigem Wald duftet. Geräusche ändern sich, Menschen in den Oasen lächeln entspannt. Wer Wüste erleben will, macht diesen Ausflug.
Auf halber Strecke nach Errachidia, erreicht man die palmenreiche Oase Tinerhir (Tineghir, Tinghir), den Ort im Tal Meknés-Tafilaled, wo man links abbiegt und über Ait Baha zurück in den Hohen Atlas fährt, in die Schlucht Gorges du Todrha. Der Bus kommt nicht weit. Man steigt um in 4Wheel Fahrzeuge. Und irgendwann geht es wirklich nur noch Zufuß weiter.

Autor: Simone Pawlitz

Sandwüste Taouz Marokko

In Errachidia

kann man sich entscheiden, ob man Richtung Norden, über Rich nach Ait Ayach fährt, oder lieber die echte Wüste südwärts, Richtung Erfoud, bis nach Merzouga erkundet.

Ait Ayach, am Stausee Barrage Hassan II gelegen, ist interessant für Moutainbiker, für Freeclimber, für passioniertes Trekking, für „betreutes“ Wandern, bei der die Betreuung durch z.B. einen Esel erfolgt, der einem das Gepäck schleppt.

Erfoud, am Rande der echten Sahara ist ein sehenswerter Ort. Zwischen den Umbra-farbigen Lehmbauten, die in der Abendsonne rot zwischen den grünen Palmen der Oase aufleuchten entdeckt man Schildkröten und Eidechsen, die jeden wärmenden Sonnenstrahl mit in die kalte Wüstennacht nehmen.

In Merzouga

ist man endlich dort angekommen, was man sich gemeinhin unter Wüste vorstellt. Man kennt die Sanddünen vielleicht bereits aus Arcachon an der französischen Atlantikküste oder die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria. Aber alles kein Vergleich, der 800 Meter hohe Erg Chebbi ist die höchste Saharadüne Merzougas. Ein Riesentrumm!

Meknes in Marokko

Und gar nicht gelb oder weiß. Die marokkanische Sahara ist rot-orange. Man erinnere sich, wenn in Köln oder Bochum das Auto von einer rötlich schimmernden Staubschicht bedeckt ist. Von hier aus haben die Stratosphärenwinde den Saharasand bis nach Deutschland getragen. Von dieser Sandwüste aus, die sich Tausende von Kilometern westwärts über Algerien, Tunesien, Libyen bis nach Ägypten streckt.
Hier in Merzouga fängt die Welt der langen Kamelkarawanen an, die nahezu komplett wasserlose Sahara. Bis zur Grenze von Algerien, zum Ort Taouz sind es rund 28 Kilometer Fahrt.
Hier befinden sich die prähistorischen Felszeichnungen, die bemalten Monolite, die in der kargen Landschaft herumliegen und stehen.
Wenn der See Dayet Sri bei Merzouga nach Regenfällen Wasser hat, dann lohnt sich ein Ausflug dorthin, weil dann Flamingos die Wasserfläche bevölkern.

Bergdorf in Marokko


Überhaupt ist dieser Teil Marokkos, von Ouarzazate bis Taouz ein Erlebnis für Ornithologen oder Vogelliebhaber. 270 Vogelarten lassen sich beobachten. Vom Sperling bis zum in Europa nahezu ausgestorbenen Waldrapp.
Wer hier, am Rande des Großen Sandmeers über Nacht bleibt, ist gut ausgerüstet, wenn er ein astronomisches Fernrohr im Gepäck hat, eventuell nur einen Feldstecher, z.B. eins mit elektronischem Antiwackel-Effekt. Hier gibt es keine Lichtverschmutzung. Die Nacht ist dunkel und klar. Der Sternenhimmel zeigt sich in allergrößter Pracht.

In Zagora

steht das berühmte Tombouktou-Schild, oft renoviert, sehr oft fotografiert. Zagora liegt eigentlich im Südosten Marokkos und ist aus Ouarzazate aus, entlang des Oued Draa Flusses, der weit hinter Zagora in der Sandwüste versickert aus erreichbar. Aber auch von Agadir aus, längst durch das fruchtbare Tal zwischen Hohem Atlas und Anti Atlas, über Tafraoute hinweg... Allerdings es ist eine lange Fahrt, und die bewältigt man nicht an einem Tag hin und zurück.

In Tafraout

selbst gibt es bizarre Felsformationen, wovon der Künstler Christo welche bunt angemalt hat. Dieser Ort ist mittlerweile selbstbewusst und teuer geworden. Was früher einmal Treff der Hippies und Backpacker war, ist heute Treff der Touristenbusse, wo die Tagesausflügler herausquellen, ihre Digitalkameras vor sich hinhalten, mit den Händlern um die Preise für die Souvenirs feilschen.

Und Tata

ist einfach eine Oase und Berberstadt. Ein paar Petroglyphen kann man dort besichtigen, wenn man gut zu Fuß ist.
Die Orte im Süden, Südwesten und Südosten werden als Tagesausflüge von Agadir oder auch von Marrakech aus angeboten. Die Fahrt selbst ist das interessante.

Der Ort Goulimine,

viel weiter südwestlich, ist da schon interessanter, weil dort die Karawanen der Kamele und blau gekleideten Berber Richtung West-Sahara und Mauretanien abgehen. Sehr wüstig und sandig ist es dort. "West Sahara", das abtrünnige Marokko. Besser nicht ansprechen, wenn man im Land ist. Marokkaner reagieren da empfindlich.

Autor: Simone Pawlitz

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